Anleitung:
Tragen Sie in dieses Formular wieder die Angaben zu dem Rohprotein und Rohfett der „Analytischen Bestandteile“ des Etiketts ein und ergänzen Sie es unter dem Punkt „Kohlenhydrate % (Ihr Wert)“ mit dem selbst errechneten Wert aus dem Formular „Kohlenhydrat-Rechner“. Es reicht aus, wenn Sie die Zahl mit einer Stelle nach dem Komma gerundet angeben.

WICHTIG: Nehmen Sie NICHT den Wert bezogen auf die Trockensubstanz! Bei der Energieberechnung handelt es sich um den tatsächlichen Energiegehalt von 100 g Ihres Futters.

Futter 1:

Futter 2:

Auswertung

Um ein Hundefutter qualitativ bewerten zu können, ist neben der Beurteilung der einzelnen Bestandteile in der Zutatenliste auch der prozentuale Kohlenhydratanteil an der Gesamtenergie sehr wichtig.

Ich persönlich empfehle Ihnen, sich an dem Wert von ca. 10 % Kohlenhydratanteil (+/- 5%) zu orientieren, da es dem Vorbild der Natur entspricht.

Wie schon in meinem Beitrag „Wie ist ein artgerechtes Hundefutter zusammengesetzt?“ ausführlich erläutert, handelt es sich bei der natürlichen Nahrung eines Wolfes, dem Stammesvater des Hundes,  und somit auch der eines Hundes  vorwiegend um Beutetiere, wenig Obst, Beeren und Kräuter. Der Kohlenhydratanteil der Nahrungsquellen ist sehr gering und wird um ca. 10 % liegen, mal etwas mehr oder auch weniger.

Durch wissenschaftliche Fütterungsversuche hat man allerdings herausgefunden, dass ein weitaus größerer Anteil an Kohlenhydraten von Hunden verdaubar ist. Allerdings betrifft das nicht jeden Hund und jede Hunderasse.

Viele Futtermittelhersteller machen sich diese Erkenntnis aber zu Nutze und verwenden anstatt hochwertiger tierischer Zutaten billige Kohlenhydrate, teilweise bis zu 50 % oder gar mehr in dem Futter.

In der menschlichen Ernährung gibt es mittlerweile auch ein Umdenken. Jahrzehnte lang wurde eine Nährstoffzusammensetzung von nur 10 bis 13 % Eiweißen, 30 % Fetten und 55 bis 65 % Kohlenhydraten empfohlen. Wie jeder weiß, ist die Zahl der ernährungsbedingten Erkrankungen drastisch in die Höhe geschossen. Es gibt nun Langzeitstudien, die belegen, dass eine veränderte Nährstoffzusammensetzung von 25 bis 30 % Eiweiß, 40 % Fett und 30 bis 35 % Kohlenhydrate einen deutlichen Rückgang ernährungsbedingter Erkrankungen bewirken.

Wir Menschen zählen zu den Omnivoren (Allesfressern) und haben einen längeren Darm im Verhältnis zum Fleischfresser, sodass wir pflanzliche Nahrung, die einen großen Teil Kohlenhydrate enthält, besser verdauen können.

Daher wird es für die Gesundheit des Hundes auf lange Sicht sehr wichtig sein, ein Futter mit wenig Kohlenhydraten (um die 10%) und mit hohem Eiweiß- und Fettanteil zu bekommen. Die Qualität der einzelnen Bestandteile spielt dabei natürlich auch eine entscheidende Rolle 🙂 .

Wie so ein Futter zusammengesetzt sein kann, zeige ich an diesem Beispiel:

Zusammensetzung
27% Rindfleisch u. Kehlköpfe (ohne Schlund und Schilddrüse), 12% Rinderlunge, 12% Euter, 5% Pansen, 5% Rindernieren, 4% Rinderleber, 3% Rinderherz, 4% Kartoffeln, 2% Pastinaken, 0,2% Leinöl, Mineralstoffe

Analytische Bestandteile:
Rohprotein: 11,3%, Rohöle und -fette: 8,0%, Rohasche: 2,5%, Rohfaser: 0,3%, Feuchtigkeit: 76,0%, Calcium: 0,24%, Phosphor: 0,20%

10 Kommentare

Linda · 28. September 2021 um 13:49

Hallo,
vielen Dank für die wirklich vielen und tollen Informationen.
Ich stehe nun zwischen 2 Futtersorten. Die eine hat 30% Kohlehydrate a.d.G. die andere 36%.
Das mit 30% ist allerdings für Hunde mit einem höheren Energielevel empfohlen, meiner ist da eher im Normalbereich. Kann man das Futter was 30% hat dementsprechend einfach von der Gesamtmenge her reduzieren, da mehr Energie/100g?
Viele Grüße aus dem Norden 🙂

    Tanja · 28. September 2021 um 15:05

    Hallo Linda,

    ja, ganz genau. Wenn das Futter mit 30 % Kohlenhydraten insgesamt energiereicher ist, also mehr Kilokalorien pro 100 g besitzt, einfach die Menge reduzieren 🙂

    Liebe Grüße
    Tanja

Petra Reimann · 7. Februar 2021 um 13:53

Hallo Tanja,
Ich steck ein bisschen in der Zwickmühle. Ich hab einen Schäferhund der seit 5 Jahren Exokrine Bauchspeicheldrüseninsuffizenz hat und vor 3 Monaten eine akute Hepatitis hatte. Da sie sehr abgenommen hat und ich selbst koche, soll ich 400g.Fleisch und 800g Kartoffeln ihr geben. Aber das ist natürlich für die Bauchspeicheldrüse nicht gut soviel Stärke zu verarbeiten. Das ist ein Teufelskreis, wegen der EPI weniger Fett und keine Kohlenhydrate, und wegen der Leber keine Innereien, weniger Proteine aber damit sie zunimmt brauch ich mehr Fett und Kohlenhydraten. Gibt es denn hierfür auch ein Trockenfutter? Die haben alle über 42% Kohlenhydratanteil. Was würden Sie mir raten?

    Tanja · 8. Februar 2021 um 11:59

    Hallo Petra,

    Leber- und Bauchspeicheldrüsenprobleme gleichzeitig sind wirklich ein kleiner Teufelskreis. Ein hoher Kohlenhydratanteil ist natürlich bei einer Bauchspeicheldrüseninsuffizienz ungünstig und sie haben zudem den Nachteil, dass sie entzündungsfördernd wirken. Trockenfutter sind immer sehr stark verarbeitet und haben meistens einen sehr hohen Kohlenhydratanteil, wie Sie schon geschrieben haben.

    Das beste ist, wenn Sie weiterhin für Ihren Hund kochen und auf hoch verdauliche Zutaten achten, denn wenn Sie die Mahlzeiten selbst zusammenstellen, können Sie viel besser auf Unverträglichkeiten reagieren. Als Fett eignet sich z. B. natives Kokosöl, da es einen hohen Anteil an mittelkettigen Triglyceriden enthält, die sehr gut verdaulich sind und zum Teil auch ohne Enzyme verwertet werden können. Ich selbst erstelle leider keine Futterpläne, daher würde ich Ihnen empfehlen, nach einer Ernährungsberaterin oder Tierheilpraktikerin zu suchen, die sich mit der Fütterung bei diesen Erkrankungen gut auskennt und Ihnen einen Futterplan erstellen kann.

    Wenn Ihr Hund z. B. keine Innereien aufgrund der Hepatitis bekommen darf, sind Zusätze notwendig, um den Nährstoffbedarf zu decken. Mit einem Futterplan haben Sie eine Grundlage und können je nach Verträglichkeit auf Ihren Hund reagieren und die Zusammensetzung variieren.

    Alles Gute und liebe Grüße
    Tanja

Harms · 7. September 2020 um 19:48

Ich finde kein Hundetrockenfutter mit einem Nfe-Wert 15 und weniger . Hat jemand einen Vorschlag?
Nette Grüße

    Tanja · 7. September 2020 um 20:17

    Hallo Harms,

    das normale Trockenfutter von Orijen enthält zwar weniger Kohlenhydrate als die meisten Trockenfutter, liegt aber auch über 15% NfE. Es gibt von der Firma auch ein gefriergetrocknetes Trockenfutter, dem aber etwas Wasser zugefügt werden muss. Nach der Zubereitung hat es weniger als 15% NfE. Vielleicht hilft das weiter 🙂

    Liebe Grüße
    Tanja

petra · 19. Februar 2019 um 13:43

Danke erstmal für die vielen neuen Informationen. Hab viel gelernt. Nun versuche ich gerade die Sache mit den Kohlenhydraten zu verstehen. Das Umrechnen habe ich verstanden, doch sie empfehlen 10% plus/minus und weniger auch ok. Aber bezieht sich das auf die Trockenmasse ? Habe ein Nassfutter mit 7,8% Kh und in der Trochensubstanz dann 26%. Nun bin ich da unsicher.
Lieben Gruß,Petra

    Tanja · 19. Februar 2019 um 17:29

    Hallo Petra, es freut mich, dass Ihnen die Infos auf meiner Seite gefallen 🙂
    Bei der Auswertung bzgl. des KH-Gehaltes beziehe ich mich auf die prozentuale Verteilung der Energie liefernden Nährstoffe, die auf dieser Seite in dem letzten Schritt berechnet werden. Für diesen Schritt der Berechnung ist es egal, ob Sie die Werte vom Futtermitteletikett eingeben und dazu den errechneten KH-Gehalt oder ob Sie die Werte der Trockensubstanz nehmen.
    Beides führt zu den gleichen Werten, wenn Sie die prozentuale Verteilung der energieliefernden Nährstoffe ausrechnen.

    Um es ein wenig genauer zu erklären: bei Kohlenhydraten und Eiweiß rechnet man bei Hunden und Katzen mit einer Energiemenge von 3,5 kcal pro Gramm, bei Fetten mit 8,5 kcal. Rechnet man nun für jeden Nährstoff die Kalorien aus und addiert die Summen zusammen, erhält man die Gesamtkalorienmenge.
    Bei der Berechnung des prozentualen Anteils jedes Nährstoffes (KH, Fett und Eiweiß) nimmt man dann die Gesamtkalorienmenge als Grundlage und rechnet dann aus, wie viel Prozent von dieser Energie aus Eiweißen, Fetten und Kohlenhydraten bestehen.
    Und dieser Wert der Kohlenhydrate sollte bei einer artgerechten Ernährung um die 10% plus/minus 5% liegen. Man kann also weder den Kohlenhydratgehalt aus der ersten Berechnung anhand des Etikettes zur Beurteilung nehmen noch den Wert der Trockensubstanz. Der Grund liegt eben in der unterschiedlichen Energiemenge, die KH, Fette und Eiweiße liefern.
    Ich hoffe, ich habe es einigermaßen nachvollziehbar erklären können 🙂
    Liebe Grüße, Tanja

Marianne · 18. November 2018 um 14:33

Hallo, ich habe ein Bio Nass-Hundefutter entdeckt, welches nach der Berechnung nur 4 % und 3% Kohlenhydrate enthält. Ist das jetzt zu wenig? Dann habe ich auch schon mal gelesen, dass zuviel Eiweiß auch nicht gut für den Hund sein soll.

    Tanja · 18. November 2018 um 16:26

    Hallo Marianne,

    in meiner Auswertung habe ich zwar geschrieben, dass der Kohlenhydratgehalt in einer guten Nahrung 10% plus/minus 5% sein sollte, aber genaugenommen sind Kohlenhydrate nicht essentiell für Hunde, d.h. sie brauchen KH nicht mit der Nahrung zuführen. Über den Vorgang der Gluconeogenese können sie aus Eiweißen und Fetten Glukose selbst herstellen, die z.B. zur Energieversorgung des Gehirns benötigt wird. Deshalb sind 3 oder 4% auf jeden Fall ok.

    Der Hauptenergielieferant ist normalerweise Fett. Eiweiß wird in größerer Menge als Baussubstanz im Körper gebraucht, alle Zellen, Hormone und die Abwehrzellen des Immunsystems bestehen aus Eiweiß. In der Ernährung ist es aber wichtig, dass der Eiweißanteil zum größten Teil qualitativ hochwertig und gut verdaulich ist. Ist ein großer Anteil an bindegewebshaltigen Zutaten und viel Knorpeliges enthalten, das von der Eiweißqualität nicht so günstig und auch nicht so gut verdaulich ist, werden die Leber und die Nieren überlastet, da viel Abfallstoffe des Eiweißes entstehen, die „entsorgt“ werden müssen.

    Außerdem gelangt durch die weniger gute Verdaulichkeit ein großer Teil Eiweiß in den Dickdarm, wo es von den Bakterien weiter zersetzt wird. Auch hierbei entstehen Giftstoffe, die zum einen das Darmmillieu stören und zum anderen durch die Darmschleimhaut ins Blut gelangen. Dadurch können wiederum die inneren Organe geschädigt werden. Das ist das eigentliche Problem beim Eiweiß und nicht generell ein hoher Anteil in der Nahrung.

    War ein Hund allerdings immer an eine sehr kohlenhydrathaltige Nahrung gewöhnt, sollte man ihn nur in kleinen Schritten an eine eiweiß- und fettreiche Nahrung gewöhnen. Auf diese Weise kann sich der Verdauungstrakt, die Darmflora und die Enzymzusammensetzung besser an die neue Nahrungszusammensetzung gewöhnen. Stellt man zu schnell um, kann es Verdauungsprobleme geben. Ich hoffe, meine Erklärung hilft ein wenig weiter 🙂

    Liebe Grüße,
    Tanja

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