Anleitung:
Tragen Sie in dieses Formular wieder die Angaben zu dem Rohprotein und Rohfett der „Analytischen Bestandteile“ des Etiketts ein und ergänzen Sie es unter dem Punkt „Kohlenhydrate % (Ihr Wert)“ mit dem selbst errechneten Wert aus dem Formular „Kohlenhydrat-Rechner“. Es reicht aus, wenn Sie die Zahl mit einer Stelle nach dem Komma gerundet angeben.

WICHTIG: Nehmen Sie NICHT den Wert bezogen auf die Trockensubstanz! Bei der Energieberechnung handelt es sich um den tatsächlichen Energiegehalt von 100 g Ihres Futters.

Futter 1:

Futter 2:

Auswertung

Um ein Katzenfutter qualitativ bewerten zu können, ist neben der Beurteilung der einzelnen Bestandteile in der Zutatenliste auch der prozentuale Kohlenhydratanteil an der Gesamtenergie sehr wichtig.

Kohlenhydrat-Anteil weniger als 10 %

Da der maximale Kohlenhydrat-Anteil im Futter einer Katze maximal 10 % betragen darf, ist jedes Futter für Katzen geeignet, dass einen Wert unter 10 % besitzt.

Besser wäre ein noch geringerer Wert, da Katzen auf eine Zufuhr von Kohlenhydraten über die Nahrung zur Energiegewinnung nicht angewiesen sind. Im Gegenteil fehlt ihnen sogar ein Enzym, damit sie Stärke aufspalten können.

 

Kohlenhydrat-Anteil mehr als 10 %

Dieses Futter ist absolut ungeeignet für Katzen. Wird es über einen längeren Zeitraum gefüttert, können sich im Laufe der Zeit Befindlichkeitsstörungen bis hin zu ernsthaften Erkrankungen entwickeln.

Der Stoffwechsel einer Katze ist nicht an eine größere Zufuhr von Kohlenhydraten angepasst und läuft anders ab, als der eines Hundes oder gar eines Menschen.

 

 

6 Kommentare

Tabea · 19. Juni 2020 um 20:00

Hallo Tanja,
ich habe ein Futter eingetragen, welches ich eine ganze Zeit verwendet habe. Dieses hat einen Kohlenhydratwert von 3%.
https://www.zooroyal.de/animonda-katzen-nassfutter-carny-adult-rind-pute-kaninchen-6x200g#composition

Ein anderes Futter, mit 99% Fleisch, kommt auf 6% Kohlenhydratanteil.
https://www.zooroyal.de/mjamjam-mahlzeit-mit-leckeren-herzen-6x800g#composition

Wie kann das sein? Es sollte doch besser sein… wenn ich mir grob die analytischen Bestandteile angucke, ist mehr 0,5 Rohprotein und 0,5 mehr Fett enthalten. Kann die Feuchtigkeit, welche um 2% gerringer ist, so ausschlaggebend sein?

Vielleicht kannst du mir da ja weiter helfen =)

Liebe Grüße

    Tanja · 20. Juni 2020 um 9:38

    Hallo Tabea,

    bei Nassfuttern ist es tatsächlich so, dass schon geringe Prozentunterschiede, auch beim Feuchtigkeitsgehalt, größere Unterschiede ausmachen, als man zu nächst von der Zusammensetzung her denkt.

    Ich habe mir beide Menüs von Dir einmal angeschaut und auch in den Rechner eingegeben. Es ist alles korrekt und kein Bedienungsfehler von Dir. Der ersten Berechnung liegt eine ganz einfache Rechnung zugrunde, mit der Du die Werte auch „händisch“ nachrechnen könntest:

    Nfe % (prozentualer Kohlenhydratanteil) = 100 minus Rohprotein minus Rohfett minus Rohasche minus Rohfaser minus Feuchtigkeit

    Wenn man sich die Zutatenliste der beiden Menüs anschaut, enthält Menü 1 65% tierische Bestandteile und Mineralstoffe (ohne Mengenangabe), der Rest müsste Wasser sein, das laut Futtermittelverordnung nicht deklariert wird.

    Menü 2 enthält laut Deklaration 99% tierische Bestandteile und 1% Mineralstoffe. Es ist aber unmöglich, die Zutaten ohne jegliche Zugabe von Wasser in den Dosen zu garen, denn sonst würden sie in den Dosen praktisch „anbrennen“. Aus Gründen der Haltbarkeit werden die Zutaten oft tiefgefroren transportiert und dann verarbeitet. Um das Gewicht zu erhöhen, wird beim Einfrieren Wasser zugesetzt, das nicht extra angegeben werden muss. So würde sich beim Menü 2 erklären, warum trotz 99% tierischer Anteil keine Differenz mehr für den Wasseranteil vorhanden ist und es trotzdem einen Feuchtigkeitsgehalt von 77% hat, der nicht rein aus den Zutaten stammen kann.

    Um nun ein Futter beurteilen zu können, muss man sich natürlich die Zutatenliste anschauen, was überhaupt an Bestandteilen verwendet wurde, danach die Analytischen Bestandteile und schließlich noch eine Berechnung der prozentualen Verteilung der Energie, wieviel Energie aus KH, Fetten und Eiweißen stammt. Für diese Verteilung gibt es einen Richtwert, an dem man sich orientieren kann und der in der Auswertung zu finden ist.

    Je nach Zutaten, auch wenn die Kohlenhydratquelle von der Mengenangabe erstmal sehr niedrig ist, kann es trotzdem einen etwas höheren KH-Anteil ergeben, denn auch in Leber und Muskelfleisch sind Kohlenhydrate in der Speicherform Glykogen enthalten. Aber auch das Verhältnis zu den anderen Werten wie Feuchtigkeit, Protein und Fett spielt bei der Berechnung eine Rolle, auch wenn es nur sehr kleine Differenzen sind.

    Ich hoffe, ich konnte Dir bei Deiner Frage weiterhelfen. Wenn noch etwas unklar ist, melde Dich gerne 🙂

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
    Tanja

Aline Hosang · 9. Januar 2020 um 16:10

Guten Abend,

ich habe den Test für zwei Futtersorten, die ich füttere, durchgeführt und bin bei allen auf einen Wert weit über 10% gekommen. Können Sie denn ein Futtermittel (sowohl Nass- als auch Trockenfutter) für Katzen empfehlen, dass den Bedingungen für ein gesundes Katzenleben und Gewicht ermöglicht? Worauf sollte man denn beim Futterkauf achten? Was die Bestandteile angeht?
Herzlichen Dank.

Mit freundlichen Grüßen
A.Hosang

    Tanja · 9. Januar 2020 um 16:46

    Hallo Aline,
    Trockenfutter ist für Katzen gar nicht empfehlenswert, da bei dieser Fütterung der Flüssigkeitsbedarf immens hoch ist und meistens nicht über das zusätzliche Wassertrinken gedeckt werden kann. Wenn überhaupt, dann höchstens als Leckerli in kleiner Menge.
    Beim Nassfutter sollte darauf geachtet werden, dass es möglichst voll deklariert ist, d.h. dass alle Zutaten mit Mengenangabe auf dem Etikett genannt werden. Künstliche Zusatzstoffe sollten möglichst nicht vorhanden sein, denn es ist möglich, ein Katzenfutter rein aus natürlichen Zutaten bedarfsgerecht herzustellen. Je weniger künstliche Zusatzstoffe oder Füllstoffe, Bindemittel etc. verwendet werden, desto weniger wird der Körper mit Stoffen belastet, die er nicht verwerten kann und die auf Dauer schädlich sein können.

    Ich gebe Ihnen hier einmal den Link zu meiner Lieblingsfirma, bei der wir schon seit über 7 Jahren die Produkte für unsere Tiere kaufen. Es gibt sicherlich noch andere Firmen, die hochwertige Katzennahrungen herstellen, aber Sie können sich diese Menüs von der Zusammensetzung her anschauen und sie als Vergleich nutzen.

    Alles Gute für Sie und Ihre Katze!
    Liebe Grüße, Tanja 🙂

Alexandra · 1. November 2016 um 14:21

Da kann etwas nicht ganz stimmen:
almo nature legend Hühnerbrust
75 % Hühnerbrust, 24% Hühnerbrühe 1% Reis 70 g Dose analytische Bestandteile Rphprotein 17%, Rohfaser 0,1%, Rohöle und Rohfette 0,5%; Rohasche 1%, Feuchtigkeit 77 % 742 Kcal/kg
Hier nun der berechnete Kohlenhydrat-Anteil des Futters (gerundet): 4 % bzw. g pro 100 g Futter (g/100g)
Lt Ihrer Berechnung bin ich dann bei 18% Prozentualer Anteil (gerundet) der Kohlenhydrate an der Gesamtenergie: also ungeeignet.

    Tanja · 1. November 2016 um 17:34

    Hallo Alexandra,

    es ist bei dem geringen Reisanteil zwar kaum zu glauben, aber das Ergebnis des Rechners stimmt.
    Zum besseren Verständnis schreibe ich hier einmal den Rechenweg auf:

    Zunächst haben Sie den prozentualen Kohlenhydratanteil in dem ersten Formular berechnet. Auf dem Wert kommt man, wenn von der Zahl 100 die Werte der analytischen Bestandteile (Rohprotein, Rohfett, Rohasche, Rohfaser und die Feuchtigkeit) abgezogen werden. Genau genommen sind es 4,4% Kohlenhydrate, die von dem Rechner auf 4% gerundet wurden.
    Im zweiten Schritt wird der prozentuale Anteil der Energie liefernden Bestandteile an der Gesamtenergie berechnet.
    Eiweiß und Kohlenhydrate liefern pro Gramm 3,5 kcal und Fett 8,5 kcal (bei Menschen gibt es leicht unterschiedliche Werte, da sie einen anderen Stoffwechsel haben).

    Man rechnet nun den Energiegehalt von Eiweiß wie folgt: 17g x 3,5 kcal = 59,5 kcal.
    Der Fettanteil hat demnach (0,5 x 8,5 kcal) 4,25 kcal und der Kohlenhydratanteil (4 x 3,5 kcal) 14 kcal.
    Die gesamte Kalorienmenge ist demnach 77,75 kcal

    Setzt man nun die Gesamtenergie von 77,75 kcal gleich 100%, so beträgt der prozentuale Anteil des Eiweißes mit 59,5 kcal 76,5%, der Fettanteil von 4,25 kcal 5,5% und schließlich der Kohlenhydratanteil von 14 kcal 18% der Gesamtenergie.

    Abgesehen davon, dass der Rechner mit einem gerundeten Kohlenhydratgehalt aus dem ersten Formular rechnet, ist der Wert relativ genau. Das „Problem“ an dieser Katzennahrung ist der sehr geringe Fettanteil. Würde die Nahrung etwas fettreicher sein, also keine magere Hühnerbrust enthalten, gäbe es ein ganz anderes Verhältnis der einzelnen Nähstoffe zueinander. Wenn es nicht medizinisch notwendig sein sollte, sehr fettarm zu füttern, würde ich die Nahrung mit etwas Fett anreichern, da Katzen ihre Energie aus Eiweiß und Fetten beziehen. Damit würde der prozentuale Fettanteil steigen und der Kohlenhydratanteil sinken.

    Ich hoffe, ich konnte die Berechnung nun etwas klarer darstellen 🙂

    Liebe Grüße,
    Tanja

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