In diesem Beitrag möchte ich das Barfen von Hunden und Katzen einmal der Fütterung mit hochwertigem Nassfutter gegenüber stellen. Dabei meine ich mit Barfen nicht einfach „Rohfütterung“, sondern die Ernährung nach dem Beutetierkonzept mit rohen Bestandteilen, z.B. nach Swanie Simon.

Wichtige Aspekte zum Thema „Barfen“

Barfen vs. hochwertiges NassfutterDer Grundgedanke des Barfen ist, die Nahrung für den Hund so nachzubauen, dass die Bestandteile des Futters einem Beutetier entsprechen, wie es die Wölfe in freier Natur erlegen und fressen würden.

Da sich trotz Domestikation der gesamte Verdauungstrakt des Hundes nicht von dem des Wolfes unterscheidet, außer, dass der Hund Kohlenhydrate ein wenig besser verdauen kann als der Wolf, ist die Ernährung nach dem Beutetierkonzept die artgerechteste überhaupt. Dabei spielt natürlich auch die Qualität der einzelnen Nahrungsbestandteile eine große Rolle, denn daraus ziehen die Hunde ihre benötigten Nährstoffe.

Werden schon die Schlachttiere nicht artgerecht gehalten und ernährt, wird es sich an der Nährstoffzusammensetzung des Fleisches bemerkbar machen. Verwendet man als Halter nun billige Fleischprodukte aus Massentierhaltungen, die auch oft noch mit chemischen Medikamenten belastet sind, wird man auch beim Barfen nicht um eine Nahrungsergänzung mit Vitaminen, Mineralstoffen, Omega-3-Fettsäuren etc. herum kommen.

Auch dabei gibt es Qualitätsunterschiede, denn als Nahrungsergänzungen kann man wiederum natürliche Stoffe verwenden oder man greift auf künstliche Vitamin-Mineralstoff-Mischungen zurück, die natürlich erheblich billiger sind, aber nicht so gut vom Körper verwertet werden können.

Die Frische der Nahrungsbestandteile spielt bei der Qualität und Quantität der enthaltenen Nährstoffe ebenfalls eine Rolle. Je frischer, desto höher der natürliche Nährstoffgehalt, da bei Lagerung Vitamine abgebaut werden. Auch beim Einfrieren werden Vitamine z.T. zerstört und Eiweiße denaturiert.

Also ist Barf nicht gleich Barf, denn es gibt ganz erhebliche Unterschiede im Nährstoffgehalt und der Qualität  bedingt durch die Haltung bzw. Ernährung des Schlachtieres,  der Weiterverarbeitung der einzelnen Bestandteile (einfrieren, auftauen, evtl. nochmals einfrieren etc.) und der Nahrungszusätze (aus natürlicher oder künstlicher Quelle).

Nun zum Thema „hochwertiges Nassfutter“

Schauen wir uns nun ein hochwertiges Nassfutter an, das in der Zusammensetzung ebenfalls einem Beutetier entspricht und damit der Barfzusammensetzung gleichzusetzen ist. Der Unterschied besteht nun darin, dass es sich beim Barfen um eine Rohfütterung handelt und das Nassfutter erhitzt wird.

Barfen vs. hochwertiges NassfutterIn der Nassfutterherstellung  gibt es wiederum Unterschiede beim Erhitzen, denn minderwertigere Nassfutter werden in kurzer Zeit sehr hoch erhitzt, schnell wieder abgekühlt, damit in kurzer Zeit möglichst viel produziert werden kann.

Durch dieses Verfahren ist es nicht möglich, den natürlichen Vitamingehalt im Futter zu erhalten, sodass vorher schon eine Menge Vitamine (aus Kostengründen künstlich hergestellte Vitamine) zugesetzt werden müssen.

Füllt man allerdings alle Bestandteile roh in die Konserve und erhitzt das Ganze nur langsam mit dem Dampfdruckgarverfahren, so bleibt ein Großteil der natürlichen Vitamine erhalten. Dabei spielt es wiederum eine große Rolle, wie die Ausgangsqualität der Rohstoffe ist, genau wie beim Barfen.

Schlachttiere, die vorher auf einer Weide ihr natürliches Futter gefressen haben, besitzen eine höhere Fleischqualität hinsichtlich der Nährstoffzusammensetzung und sind nicht mit chemischen Medikamenten vollgepumpt, wie nicht artgerecht gehaltene und gefütterte Tiere aus der Massentierzucht.

Werden all diese Qualitätskriterien bei der Herstellung von Nassfutter berücksichtigt, ist es möglich, eine Nahrung herzustellen, die komplett chemiefrei und auch auf den Zusatz von Vitaminen nicht angewiesen ist, weil die natürlich enthaltene Menge ausreicht, um den Bedarf eines Hundes oder einer Katze zu decken. Beim Katzenfutter ist lediglich Taurin zu ergänzen, da es schon durch geringe Hitze zerstört wird.

Damit steht die Qualität eines solchen Nassfutters noch über der des Barfens, wenn es mit tiefgefrorenen Bestandteilen aus der Massentierzucht gefüttert wird. Lediglich das Barfen von frischer Nahrung (artgerecht gehaltene Schlachttiere) inkl. frischem Blut und ohne jegliche Zusätze würde diese Qualität noch toppen.

Ich weiß, dass viele Barfer jetzt sagen werden, dass die „Rohfütterung“ die artgerechteste ist und das Erhitzen die Nahrung denaturiert. Diese Denaturierung geschieht aber ganz natürlich im Magen des Hundes oder der Katze durch die enthaltene Salzsäure und das Eiweiß spaltende Enzym Pepsin.

Viel wichtiger ist die Verwendung von natürlichen, chemiefreien und sehr nährstoffreichen Nahrungsbestandteilen als „Ausgangsstoffe“ für die artgerechte Futterzusammensetzung (Beutetierzusammensetzung) und die nährstoffschonende Weiterverarbeitung.

Fazit:

Ob es nun roh gefüttert wird, das Nassfutter kurzzeitig erhitzt wurde oder man die Ration zu Hause selbst kocht oder dünstet (besser den Schnellkochtopf mit Sieb und wenig Wasser verwenden, ist am vitaminschonendsten), ist Geschmackssache des Halters und der Zeit, die er mit der Futterzubereitung verbringen möchte und kann.

Fakt ist, je natürlicher die Zusammensetzung und die einzelnen Bestandteile sind und je weniger künstliche Zusätze und Chemie verwendet werden, desto gesünder ist die Nahrung für unsere Tiere, vorausgesetzt, sie deckt den Bedarf an den Nährstoffen.

Aus diesem Grund gibt es so unglaublich gute Ergebnisse auch bei gesundheitlich angeschlagenen Tieren, wenn sie endlich natürliche chemiefreie Nahrung zu fressen bekommen 🙂

Schauen Sie daher beim Barfen nicht auf den billigsten Preis (billig kann nur aus Massentierhaltung stammen) und verwenden Sie bei den Zusätzen, wenn sie nötig sind, möglichst natürliche Quellen. Mittlerweile schießen Barfshops wie Pilze aus dem Boden und sogar Baumärkte bieten schon gefrorene Barfzutaten an. Die Qualität ist nicht immer so, wie es versprochen wird …

Als Nassfutterhersteller, der komplett ohne jegliche Zusätze auskommt, da die Schlachtiere vorwiegend aus regionaler Weidehaltung stammen, ist mir nur ein Hersteller bekannt. Schreiben Sie mich gerne an, wenn Sie weitere Infos haben möchten 🙂

Weitere Empfehlungen:

Als tolles Einsteigerbuch in das Barfen mit sehr umfangreichen Hintergrundinformationen empfehle ich „Das Barf Buch“ von Nadine Wolf, das als Weiterentwicklung der Barfbroschüre von Swanie Simon zu sehen ist.

In diesem Buch werden auch ganz klar die Qualitätskriterien behandelt und man bekommt eine umfangreiche Berechnungshilfe für die eigene Portionierung an die Hand, damit möglichst keine Fehler in der Nährstoffzusammensetzung entstehen und der Hund auf lange Sicht keinen Mangel entwickelt.

Das chemiefreie Nassfutter, von dem ich oben geschrieben habe,  ist jedem zu empfehlen, der seinen Hund artgerecht, gesund und chemiefrei ernähren möchte, jedoch wenig Zeit zur Erstellung eines rohen Menüs hat.

Auch als Zwischenstufe z. B. bei der Umstellung von Trockenfutter, das in der Regel sehr kohlenhydrathaltig ist, auf Barf hat sich die Ernährung mit dem chemiefreien Nassfutter bewährt, da es durch das kurzzeitige Erhitzen etwas besser verdaulich und magenschonender ist, als die sofortige Umstellung auf rohe Nahrung.

Manche Hunde vertragen trotz aller Bemühungen das Barfen nicht, da der Darm schon zu stark z.B. durch dem Futter zugesetzte Chemikalien geschädigt ist. In diesem Fall sind die chemiefreien Nassfutter-Menüs auch eine echte Alternative. Leider kehren viele Menschen aus Unwissenheit dann zu ihrem alten Futter zurück.

Weiterhin ist das chemiefreie Nassfutter auch bei Barfern eine beliebte Nahrung für die Urlaubszeit. Es gibt sogar Reinfleischdosen, die den Muskelfleischanteil der Barfration ersetzen können.

Für eine kostenlose und unverbindliche Beratung hinsichtlich der chemiefreien Nassfutter-Menüs stehe ich gerne zur Verfügung. Tragen Sie dazu möglichst genau die Daten Ihres Hundes in dieses Formular ein und in dem Feld „Mitteilungen“ Ihr genaues Anliegen. Ich melde mich dann per Email zurück 🙂

Herzlichst, Ihre Tanja


Tanja

Hallo, ich bin Tanja , zertifizierte Ernährungs- und Diätberaterin ATN für Hunde und Katzen. Auf diesem Blog möchte ich die Zusammenhänge einer natürlichen, artgerechten und gesunden Ernährung anhand verschiedener Ernährungsthemen verständlich erklären und Ihnen die natürliche Ernährung Ihrer Tiere wieder näher bringen. Dabei habe ich mich auf die Beratung mit chemiefreien Naturkostmenüs in Beutetierzusammensetzung spezialisiert, da sich nicht jeder das Wissen für eine selbst zusammengestellte Mahlzeit aneignen möchte oder kann, und es sehr schwer ist, sich in dem Futtermitteldschungel zurecht zu finden.

6 Kommentare

Sandra Aebersold · 15. Juli 2018 um 15:20

Guten Tag

Können Sie auch ein qualitativ hochwertiges Nassfutter empfehlen welches ich in der Schweiz kaufen kann?

Liebe Grüsse Sandra

    Tanja · 15. Juli 2018 um 20:20

    Hallo Sandra,

    laut Angaben auf den Etiketten und der Herstellerseite sind die Nassfuttermenüs von naVita aus der Schweiz so ähnlich wie die von PETfit aus Deutschland, meinem Lieblingshersteller von hochwertiger Hunde- und Katzennahrung.

    Liebe Grüße,
    Tanja

Jana · 15. März 2018 um 14:23

Guten Tag. Ich habe momentan bei meinen Katzen die zehn Monate alt sind mit Giardien zu tun…
Trotz Panacur und monatelanger Behandlung wird es nicht besser. Obwohl die Tiere vom Züchter aus das gleiche Futter bekommen, das heißt Macs Nassfutter und sonst nichts, also kein Trockenfutter oder anderes Futter mit Getreide.

Meine Frage wäre, ob eine Umstellung auf Barfen günstig wäre?
Eigentlich ist Macs sehr gutes Futter, wurde mir versichert .

LG Jana

    Tanja · 15. März 2018 um 22:01

    Hallo Jana,

    eine Umstellung auf Barf kann sich günstig bei einem Giardienbefall auswirken, wenn auf wirklich gute Qualität der Zutaten geachtet wird, die Mahlzeit artgerecht und ohne Kohlenhydrate zusammengestellt wird und nur natürliche Zusätze verwendet werden.

    Durch die Rohfütterung wird die Magensäure aggressiver und tötet mehr Giardien während der Magenpassage ab. Giardien kommen überall in der Umwelt vor und werden immer wieder aufgenommen. Normalerweise haben gesunde Tiere das selbst im Griff, aber gerade bei jungen Tieren ist das Immunsystem noch nicht voll ausgereift und daher sind sie anfälliger für eine Infektion. Deshalb wäre es enorm wichtig, zusätzlich das Immunsystem zu stärken und die geschädigte Darmflora wieder aufzubauen.

    Bei sehr starkem Befall kommt man ohne ein chemisches Medikament nicht aus, aber eine lange Gabe von Panacur tötet nicht nur die Giardien, wenn sie nicht schon resistent gegen das Mittel geworden sind, sondern auch die guten Keime im Darm, die als Platzhalter fungieren.

    Ich würde Ihnen empfehlen, einen Heilpraktiker, der sich mit der Problematik auskennt, zusätzlich zu Rate zuziehen, um einen Weg zu finden, das Immunsystem zu stärken und die Darmflora wieder aufzubauen. Sonst wird es wahrscheinlich ein Teufelskreis bleiben.

    Ich wünsche Ihnen alles erdenklich Gute und vor allem, dass Ihre Katzen schnell wieder gesund werden.

    Liebe Grüße,
    Tanja

Zahn · 13. August 2017 um 10:12

Hallo,
ich bin mit der Wahl des Nassfutters ,oft sehr unschlüssig
Füttere zur Zeit real nature vom Fressnapf (mein Hund frisst es nicht unbedingt gerne)!
Würde mich sehr freuen,wenn Sie mir ein Trockenfutter und Nassfutter empfehlen können
Mit freundlichen Grüßen D.Zahn

    Tanja · 15. August 2017 um 8:12

    Hallo,
    mein Lieblingshersteller ist eine kleine norddeutsche Firma, die Nassfuttermenüs in Beutetierzusammensetzung herstellt und dabei auf jegliche künstliche Zutaten verzichtet. Wir füttern unseren Hunden diese Nahrung jetzt seit über 4,5 Jahre, ich kann sie bestens empfehlen. Hier ist der Link zu der Herstellerseite.
    Schreiben Sie mir gerne eine Email oder rufen Sie mich an, ich berate Sie gerne bei der Auswahl des Anfangsmenüs und wie Sie eine Nahrungsumstellung vornehmen können, damit Ihr Hund keine Umstellungsprobleme bekommt. Wenn Ihr Hund gewisse Vorlieben oder gesundheitliche Probleme hat, kann das natürlich mit berücksichtigt werden. Es gibt eine große Auswahl an verschiedenen Menüs.

    Herzliche Grüße, Tanja Gerber

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